Etappe 6

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Etappe 6

Fribourg – Romont (32 km), das wäre die für heute geplante Etappe gewesen. Da ich heute Morgen noch nicht so genau wusste, wie es mit dem Wandern heute gehen würde, habe ich beschlossen, die ersten 6 km auszulassen und von Fribourg mit dem Zug nach Matran zu fahren. Vorher habe ich noch ca. 2kg Ballast, darunter einen extrakleinen aber schweren Grill, ein Buch und eine Reserveregaskartusche per Post nach Hause zurückgeschickt.
Ich bin so gegen 10 Uhr in Matran aus dem Zug gestiegen und habe mich auf die heutige Etappe gemacht.  Die Autobahn nach Bulle liegt im selben Tal wie Matran und war schon on weitem zu hören.

Autobahn über La Glâne

Von Matran führt der Wanderweg direkt am den Fluss La Glâne entlang, welcher sich dort tief in den Felsen hineingefressen hat.

La Glâne bei Matran

Der Wanderweg führt eine zeitlang ganz am fluss entlang, ehe man wieder in die Ebene hochsteigt. In einem Waldstück vor Le Marchet habe ich einen wirklich alten Mann überholt. Er hatte sich zwei Wanderstöcke aus Haselruten gebastelt, die allerdings viel zu lang waren. Als ich auf seiner Höhe war, sagte er mit einem Augenzwinckern: „Je sais que vous pensez… ces bâtons sont trop long“. Ich musste lachen und er fragte mich wohin ich gehen würde. Als ich ihm sagte, Genf, war er schon sehrt erstaunt. Dann haben ihn aber meine neuen Wanderstöcke brennend interessiert, vorallem, dass diese ausziehbar und somit verstellbar sind. Wir haben noch ein paar Worte gewechselt und uns dann verabschiedet. Nur ca. 10 Minuten später wurde ich von einer entgegenkommenden Dame gefragt: “ Avez vous vu trois chevaux?“. Ich dachte zuerst 3 Hunde habe ich nicht gesehen, habe aber dann sofort gemerkt, dass sie drei Pferde suchte. Leider waren mir aber keine trois Chevaux, sondern nur Deux Chevaux begegnet…

2 von 3

Das Hinterland des Kantons Fribourg ist wirklich sehr schön, es jat mich stark an des Fricktal erinnert. Nur sind die Hügel etwas höher…

Und so bin ich einfach weitergewandert und habe von meinen Knieschmerzen nix die Bohne mehr gespürt. Offenbar hat sich das korrekte tapen wirklich gelohnt…

​​​

Gegen 2 Uhr am Nachm​ittag, bin ich in Autigny, einem kleinen Kaff , angekommen und habe mir in einer Beiz einen Kaffee gegönnt. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mich der Wirt persönlich mit Handschlag begrüsst hat um die Bestellung aufzunehmen. Eine kleine Geste mit grosser Wirkung. Die Menschen sind hier sowieseo aussergewöhnlich freundlich, da könnten wir uns alle auch ein Stück davon abschneiden.

Ecuvillens
Posat
 

Ach ja und heute habe ich noch gelern, dass die Fribourger für 70, 80 und 90, septante, huitante und nonante (das hatte ich schon gewusst) sagen. Die Wadtländer aber septante, quatre-vingt und nononte und die Genfer soixante-dix, quatre-vingt und nonante… bizzare…

Auch sind die Ortsnamen hier relativ lustig:  La pâle, Le fin, La Fortune, La Clé um nur einige zu nennen…

Nach weiteren 10 Kilometen hatte ich am späten Nachmittag dann erstmals den Blick frei auf mein Etappenziel: Romont

Romont aus der Ferne
Und noch ein bisschen näher…
…und noch ein bisschen näher…
 

Schliesslich bin ich dann so gegen 18 Uhr in Romont angekommen, habe mein Hotel gesucht und mich unter die Dusche Gestürzt…

…und endlich da!

Mir tun zwar die Füssen von den zuückliegenden 27km etwas weh, aber die schlimmen Knieschmerzen sind weg!

Lac Leman ich komme…

So lasse ich den heutigen Abend bei Entrecôte du Boef und Frites ausklingen…

Ganz am Schluss natürlich noch die Buchhaltung:

30.5km + 25.5km + 25km + 17km + 27km = 125km

Morgen steht dann die längste Etappe auf dem Program mit Endziel Genfersee.

Bonne nuit!

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4 Responses

  1. Urs
    | Antworten

    Weiterhin gutes Wandern!
    Deine Beiträge sind informativ und machen Lust, auch mal so etwas zu versuchen. Ich hatte vor ca einem Monat auch die Idee, irgendwohin zu wandern, anstelle weit weg zu fliegen. Allerdings müsste ich vorher mal etwas mit dem Rücken (Rucksack, Steigungen) trainieren.

    • Michael
      | Antworten

      Also das Trainieren lohnt sich… ich bin völlig untrainiert gestartet udn das ist nicht das gelbe vom Ei. Aber ich kann dir nur empfehln so was zu machen. Es lohnt sich, Man lernt sich besser kennen und alle Gefühle von Zeit und Distanz relativieren sich ziemlich schnell, ser eindrücklich,,,

  2. Franziska
    | Antworten

    Ist nicht in Romont Nesspresso? Ich bräuchte nämlich noch Kaffee ?
    Liebe Grüsse
    Dein Schwesterlein

    • Michael
      | Antworten

      Das stimmt. Kaum ausserhalb Romont befindet sich das riesige Nespressogebäude. Bin leider nicht direkt daran vorbeigekommen. Ich glaube du hast deinen Kaffe schneller, wenn du Ihn per Post bestellst 🙂

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