Etappe 5

eingetragen in: In 10 Tagen nach Genf | 2

Diese Etappe heute war eher kurz, 17km. Ich habe versucht meine armen Beinchen etwas zu schonen. Die eigentlich geplante Route hätte mich von Wabern nach Köniz – Überstorf – Schmitten – Tafers und schlussendlich nach Fribourg geführt. Ich habe dann aber beschlossen mit dem Zug bis nach Schmitten zu fahren und von dort Richtung Fribourg zu marschieren.

So bin ich heute Morgen in Wabern etwa um 9 Uhr mit dem Tram Richtung Bern Innenstadt gestartet um eine neue Geheimwaffe käuflich zu erwerben…

Wanderstöcke…

Im fahrbahren Untersatz sitzend habe ich so noch etwas Bern-Sightseeing gemacht…

Bern, Bundeshaus

Mit neuen Wanderstöcken, getapten Knien, zwei Paar Socken an den Füssen (gäll Päscu), einem Schoggibrötli und einem SBB Ticket nach Schmitten habe ich mich kurz vor elf Uhr in den Zug gesetzt und meine heutige Etappe gestartet. Das gute an so einem Projekt ist ja, dass man die Spielregeln selber bestimmen darf 😉

Von Schmitten aus, bin ich gemütlich westwärts durch die schöne Freiburger Landschaft Richtung Tafers gewandert. Ich habe übrigens auf der ganzen Reise noch keinen einzigen anderen Wanderer gekreuzt (wirklich wahr!). Wahrscheinlich sind die alle noch im Wintermodus und haben ihre Fussblasengeneratoren noch tief im Keller eingewintert…

Irgendwo zwischen Schmitten und Tafers

So bin ich über Felder und Wälder schliesslich in Rohr gelandet, habe mich auf die Stufen vor einer Kapelle gesetzt und habe… Kaffee gekocht 🙂 Das war auch bitter nötig, denn die Temperaturen waren heute gegen Mittag zwar perfekt zum Gehen, aber eher kühl zum Rasten. An dieser Stelle muss der Leser etwas Geduld haben, weil das Internet die nächste Foto extrem langsam hochlädt…

Kaffekapelle

Ich habe mich nach einer stündigen Pause dann wieder auf den Weg gemacht. Leider hatten die Aussenbänder meiner Knie offenbar immer noch Pause und ich musste mit ein wenig Doping (shame on me) nachhelfen…

Von Schmitten hätte man auch direkt nach Fribourg gehen können, ich habe die Route aber extra durch Tafers gelegt, weil ich unbedingt durch die Gottéron Schlucht wandern wollte. Darauf hatte ich mich schon seit Begin der Tour gefreut. 

Senserhaus in Tafers

Von Tafers führt eine steile Strasse hinunter zum „Amseisenmüli“, wo sich der Einstieg zur Schlucht befindet. Kaum angekommen habe ich auch schon das Schild gesehen „Weg durch die Galterschlucht infolge Felsturz- und Erdrutschgefahr bis Liegenschaft Bucher gesperrt“… *********************** …diese Textpassage muss leider zensuriert werden…

So bin ich halt den ganzen Weg wieder nach oben getrottet (nach oben ist echt cool, weil da die Knie nicht schmerzen 🙂 ) und habe den Weg zurück nach Tafers genommen um oberhalb der Schlucht bis nach Fribourg zu gehen. Es hat sich gelohnt! Es gibt da nach etwa einem Kilometer nämlich einen Abzweiger in die Schlucht. Da bin ich dann nochmals hinab gestiegen und tatsächlich in dieser imposanten Schlucht angekommen. Die Gorge du Gottéron soll übrigens das Zuhause eines Drachen, dem Maskottchen des HC Fribourg-Gottéron, sein…


Das letzte Wegstück führte mich etwa 2km durch die Schlucht bis nach Fribourg…


Ein wirklich wunderbarer Ort diese Schlucht. Komischerweise bin ich ganz am Ende unter einem relativ neuen, gewaltigen Felsabruch und Erdrutsch vorbeigekommen… Na ja der Weg war aber freigeräumt. Das verrückte ist ja, dass in der Schlucht mehrere Wohnhäuser und eine Fischzucht stehen… unglaublich. Und als das erste Wohnhaus in Sichtweite war, passierte ich ein Tor. Im Rückblick habe ich gesehen, dass da folgender Text angeschlagen war „Weg durch die Galterschlucht infolge Felsturz- und Erdrutsch……“…ich schwöre, beim Zwischeneinstieg (offiziell als Wanderweg ausgeschildert) war diese Warnung nirgends angebracht…

Auf jeden Fall ist mir nix passiert und auch der Drache hat mich nicht aufgefressen – und so bin ich schliesslich an der südlichen Pforte von Fribourgs Altstadt einmarschiert…

La Cathédrale St. Nicolas de Fribourg
Ich habe heut Abend kurzerhand beschlossen Morgen einen Ruhetag in Fribourg einzulegen, das angekündigte schöne Wetter zu geniessen und die Beine etwas hochzulagern.

Bis heute sind…

30.5km + 25.5km + 25km + 17km = 98km 

reine Wanderdistanz zusammengekommen. Und Übermorgen mach ich die 100 voll 🙂

Gute Nacht allerseits…

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2 Responses

  1. Verena und Alois
    | Antworten

    Dein für morgen vorgesehener Zwischenhalt in Fribourg ist eine gute Idee. Fribourg ist eine wunderschöne Stadt, die darauf wartet näher entdeckt zu werden. Schlaf gut und geniesse den morgigen Ruhetag!

  2. Adrian Spiegel
    | Antworten

    Fribourg bleibt mir sowieso in guter Erinnerung, habe ich dort für mein Sandy Knaller-Buch einige Hundebilder (Verbotstafeln)
    fotografiert. Wünsche dir weiterhin wunderschöne Wandererlebnisse und lieber Gruss. Adrian
    Fribourg ist auch die Heimatstadt von Janot Tinguely!

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